Wie wir zu Stray kamen

Wie wir zu Stray kamen
Maximilian & Annabell Tapparo

Kaffee ist bei uns kein Zufall – sondern eine Beziehung

Manche Dinge im Leben entstehen nicht über Pitchdecks oder Businesspläne. Sondern über Feuerzangenbowle auf einer Hausparty.

So ungefähr beginnt unsere Geschichte mit Feldi – einem der Gründer von Stray Coffee. Eigentlich wollten wir an dem Abend gar nichts „Größeres“ besprechen. Es war eine dieser Münchner Hauspartys, irgendwo zwischen Küche, Balkon und zu viel Zucker im Getränk. Irgendwann standen wir da, mit einer sehr ernst gemeinten Tasse Feuerzangenbowle in der Hand, und haben angefangen über ein Gastronomieprojekt zu reden.

Nicht über „irgendwas mit Gastro“.

Sondern über ein echtes Konzept. Tagesbar. Focaccia. Kaffee, der nicht einfach nur da ist, sondern Haltung hat.

Und dann kam dieser eine Satz, der im Nachhinein ziemlich viel ausgelöst hat:
„Ich röste Kaffee.“

Klingt erstmal unspektakulär. Ist es aber nicht.

Aus Zufall wurde Routine

Ein paar Wochen später war klar: Das war kein einmaliges Gespräch.

Feldi war nicht nur „der Kaffeeröster von der Party“. Er war einer dieser Menschen, die in ihrem Thema komplett verschwinden können – im besten Sinne. Food-Nerd, sensorisch überambitioniert, geschmacklich kompromisslos, aber ohne diese anstrengende Selbstinszenierung, die man in der Specialty-Welt manchmal findet.

Und ja – auch geschäftlich extrem klar. Unaufgeregt, strukturiert, wach.

Wir haben uns danach regelmäßig in seinem Café in der Gollierstraße wiedergefunden. Eigentlich immer mit dem gleichen Plan: kurz Kaffee trinken, kurz sprechen, dann weiterziehen.

Passiert ist jedes Mal etwas anderes.

Ein Espresso wurde zu einer halben Stunde Diskussion über Extraktion, Bohnenstruktur, Röstprofile.
Ein Flat White zu einer spontanen Abhandlung über Wasserqualität.
Und ein „wir bleiben nur kurz“ zu einem Notizbuch voller Ideen, die wir eigentlich gar nicht geplant hatten.

Man könnte sagen: Wir haben Kaffee getrunken.
Ehrlicher wäre: Wir haben gelernt.

Kaffee als Denkraum

Was uns bei Stray Coffee sofort hängen geblieben ist, war nicht nur die Qualität im Cup. Sondern die Art, wie dort gedacht wird.

Kaffee ist dort kein Lifestyle-Produkt. Kein Deko-Element auf einem schönen Tisch.

Es ist ein Handwerk mit Konsequenz.

Jede Röstung hat einen Grund. Jede Entscheidung im Prozess ist nachvollziehbar. Und jedes Gespräch fühlt sich ein bisschen so an, als würde man gerade an etwas Feinschliff arbeiten, das eigentlich schon sehr gut ist – aber noch besser werden kann.

Das hat uns in unserer eigenen Entwicklung extrem geprägt.

Denn genau so denken wir auch bei Tapparo:
nicht „mehr“, sondern „besser gedacht“.
Nicht aufblasen, sondern schärfen.

Warum wir Stray an unserer Seite haben wollten

Mit der Zeit wurde aus den Treffen etwas sehr Konkretes: Vertrauen.

Wir haben verstanden, dass Feldi, Ilan und das Team nicht einfach nur Kaffee liefern. Sie liefern ein System aus Geschmack, Haltung und Konstanz. Und genau das ist in einem Tageskonzept wie unserem entscheidend.

Wir bewegen uns bei Tapparo zwischen Kaffee am Morgen, schneller Frequenz am Mittag und Aperitivo am Abend. Das bedeutet: keine Bühne für Mittelmaß. Jede Tasse muss sitzen, egal zu welcher Uhrzeit.

Und genau da ist Stray kein „Lieferant“.

Sondern ein Partner im besten Sinn.

Jemand, der unser Produkt versteht, mitdenkt und auf seinem eigenen Niveau mitzieht.

Was uns wirklich beeindruckt hat

Mit der Zeit haben wir Feldi und Ilan nicht nur als Röster kennengelernt, sondern als Leute, der extrem tief in ihrem Thema stecken – ohne sich darin zu verlieren.

Sie können über Bohnen sprechen wie andere über Weinberge.
Aber er kann genauso gut über Prozesse, Kalkulationen und Skalierung reden.

Diese Kombination ist selten.

Und sie hat dafür gesorgt, dass wir unseren Kaffee bei Tapparo nicht einfach „gut“ machen wollten – sondern konsequent auf ein Niveau heben, das sich nicht hinter dem Rest der Karte versteckt.

Eher im Gegenteil.

Der Kaffee ist Teil der Identität.

Zurück zum Anfang – und nach vorne

Wenn wir heute darüber sprechen, wie unser Kaffee im Laden landet, klingt das vielleicht simpel: Stray röstet, wir beziehen, wir servieren.

Die Realität ist das Gegenteil von simpel.

Sie ist das Ergebnis von Gesprächen, die irgendwann auf einer Hausparty begonnen haben. Von vielen Nachmittagen in der Gollierstraße. Von Diskussionen, die manchmal mehr Fragen hinterlassen haben als Antworten. Und genau deshalb gut waren.

Wir hätten unser Produkt ohne diese Verbindung nicht auf das Niveau bringen können, auf dem es heute steht.

Das sagen wir nicht leichtfertig.

Sondern sehr bewusst.

Und jetzt?

Jetzt steht dieser Kaffee bei uns über den Tresen. Jeden Tag.

Einfach als Teil dessen, was Tapparo ausmacht: klare Produkte, klare Haltung, keine Abkürzungen.

Und jedes Mal, wenn eine Tasse rausgeht, steckt darin auch ein bisschen von dieser Geschichte:

Feuerzangenbowle.
Auf Kaffee abnerden.
Und ein ziemlich guter Zufall, der keiner war.